Motorsport-Magazin

by Jörg Stephan
 
 

So wichtig ist die Rennkasko: das musst du über Versicherungsschutz auf Touristenfahrten unbedingt wissen


Nürburgring, Nordschleife, freies Fahren. Vor dir eine langgezogene Linkskurve, dein Auto liegt wie ein Brett auf der Straße, die Strecke vor Dir ist frei. Zufrieden grinsend siehst du der Tachonadel dabei zu, wie sie langsam noch ein Stückchen höher klettert - da erschüttert ein dumpfer Schlag dein Fahrzeug. Es bricht nach rechts aus, keine Chance, es noch mal einzufangen. Über die Curbs rutscht es in die Leitplanke und wird dort hart von ihr gestoppt.

Nach einem Moment des Schreckens sortierst du dich, steigst aus. Mit weichen Knien zeigst du den Zuschauern “Daumen hoch”, es ist alles noch halbwegs in Ordnung. Anders dein geliebtes Auto. Mit einem dicken Kloß im Hals stellst du fest, dass die komplette rechte Seite zerstört ist. Auch dein Heck hat etwas abbekommen, später wird sich herausstellen, dass ein anderer Fahrer dich touchiert hat. Aber du bist heil geblieben. Und Gott sei Dank ist das Auto ja kakskoversichert.

Ohne eine Rennkasko bzw Motorsportversicherung als Zusatzversicherung ist dein Auto auf der Rennstrecke nicht versichert!

Aber halt, ist es das wirklich? Wenn du bisher nur eine reguläre Kaskoversicherung abgeschlossen hattest, dann vermutlich nicht. In der Regel bietet eine Versicherung auf der Rennstrecke keinen Schutz, da eine Fahrt, “bei der es auf Erzielung einer Höchstgeschwindigkeit ankommt” grundsätzlich von der Haftung ausgenommen ist.

Im Klartext bedeutet das, dass du von deiner normalen Kaskoversicherung keinerlei Leistung erwarten kannst, wenn du auf der Rennstrecke mit deinem Fahrzeug verunfallst. Diese Versicherung soll nämlich nur das Risiko abdecken, das durch die Teilnahme am alltäglichen Straßenverkehr besteht. Das Unfallrisiko auf einer Motorsport-Rennstrecke ist aber um ein Vielfaches höher.

Glücklicherweise gibt es aber grundsätzlich die Möglichkeit, auch bei Touristenfahrten und Trackdays für Versicherungsschutz zu sorgen. Hierfür benötigst du eine Rennkasko. Diese Rennsportversicherung dient ausschließlich dazu, den Wert deines Autos für Fahrten auf der Rennstrecke abzusichern. Bedenkt man, wie viel auf den Motorsport-Rennstrecken beim freien Fahren passieren kann, ist die Notwendigkeit einer solchen Rennkasko-Versicherung absolut einleuchtend.

bei einem Unfall auf dem Nürburgring oder einer anderen Rennstrecke haftest du grundsätzlich selber für Schäden

Was aber, wenn wie in unserem Beispiel der Unfall von jemand anderem verursacht wurde? Tatsächlich ist das für Unfälle auf Rennstrecken nicht relevant. Man geht davon aus, dass die hohe Unfallgefahr bekannt ist. Wer sich auf eine Rennstrecke begibt, nimmt in Kauf, dass eventuell sein Auto dort schwer beschädigt wird. Kurz: jeder haftet selbst für seinen Schaden.

Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man sich selber um eine risikobewusste und angepasste Fahrweise bemüht hat und von jemand anderem “abgeschossen” wurde. Gerade bei Touristenfahrten ist es aber sehr wahrscheinlich, dass ein Unerfahrener auf der Strecke ist, der seine eigenen Fähigkeiten gnadenlos überschätzt. Verursacht dieser dann einen Unfall, bei dem auch dein Fahrzeug betroffen ist, bekommst du nur durch eine selbst abgeschlossene Rennkasko-Versicherung Leistungen ausgezahlt.

In den Vertragsbedingungen der Rennstrecken-Betreiber wird übrigens die Haftung auch grundsätzlich ausgeschlossen. Keine Chance also, an Schadenersatz zu kommen, weil die Fahrbahn nicht richtig gereinigt war und du auf einer Ölspur weggerutscht bist. Es läuft also auf eine ganz einfach Schlussfolgerung hinaus: Egal weshalb und durch wen du verunfallt bist, um den Schaden an deinem Auto ersetzt zu bekommen, musst du eine Rennkasko-Versicherung abgeschlossen haben.

Rennkasko abschließen: So findest du die richtige Versicherung für dein Auto

Bei den Versicherungen, die Rennkasko- beziehungsweise Motorsportversicherungen anbieten, lohnt es sich immer, die Leistungen zu vergleichen. Unterschiede gibt es nämlich nicht nur beim Preis, sondern vor allem bei den Leistungen. Einen besonders guten Ruf hat hier die Allianz, genauer ihrer Tochter ESA. Sie ist bekannt für ihren besonders umfassenden Schutz sowie ihre raschen, unbürokratischen Abwicklung. Du kannst dir hier direkt ein unverbindliches Angebot machen lassen oder dich über die Leistungen informieren.

Rennkasko-Versicherungen sind so speziell, dass du sie bei deinem regulären Versicherungsvertreter vermutlich nicht bekommen wirst. Er kann dir meist nur Haftpflicht und Kasko für deine Alltagsfahrten vermitteln. Für deine Rennsportversicherung solltest du dich an einen Profi wenden und ein Angebot einholen. Wer hier seit langen Jahren tätig ist, interessiert sich auch privat für Motorsport, ist mit Herzblut dabei und weiß, was du tatsächlich brauchst. Oft hast du auch im Rahmen von Track Days und anderen Veranstaltungen die Möglichkeit, dich zu informieren - engagierte Versicherungsmakler sind hier vor Ort.

Auch du solltest dich bei Touristenfahrten mit einer Versicherung schützen

Woran kaum einer denkt: Auch der Fahrer braucht einen besonderen Schutz, wenn er auf die Rennstrecke geht. Unfallversicherungen schließen Leistungen bei Unfällen infolge von Extremsportarten meist ebenfalls aus. Zwar gehen die meisten Unfälle auf der Nordschleife am Nürburgring und anderen Rennstrecken meist glimpflich aus, aber es kann eben auch mehr als nur ein materieller Schaden entstehen. Im Artikel über Unfallversicherungen im Motorsport kannst du dich ausführlich informieren.

Übrigens kann ein Unfall beim freien Fahren noch ganz andere Kosten für Dich verursachen. Die Streckenbetreiber stellen dir die Aufwendungen für Abschleppdienst, Reinigung und Schäden an der Rennstrecke in Rechnung. Das kann ganz schön ins Geld gehen. Du kannst diesen Artikel lesen, wenn du mehr erfahren möchtest.

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